Nach dem Manipulationsskandal um die Zins-Referenzsätze Libor und Euribor, mit denen die Zinsen für Kredite unter den europäischen Banken festgelegt werden, sollen jetzt auch die Verfahren zur Festlegung des Goldpreises überprüft werden. Das berichtet das „Wall Street Journal“. Zwar gebe es derzeit keinen Verdacht auf Preisabsprachen oder -manipulationen. Die US-Aufseher wollten aber prüfen, inwieweit unrechtmäßige Eingriffe möglich seien. Dafür nähmen die Experten der zuständigen Aufsichtsbehörde CFTC die verschiedenen Aspekte der Preisfestlegung unter die Lupe, wobei vor allem die Transparenz des Verfahrens einer kritischen Beurteilung unterzogen würden, so die US-Zeitung.

Der Goldpreis wird von einer Bankengruppe, u. a. der Deutschen Bank, Barclays und der Société Générale, täglich neu festgelegt. Er ist Richtwert für fast alle Goldgeschäfte sowie der Bewertung von staatlichen Rücklagen. Bereits seit 1919 wird der Goldpreis von den Instituten selbst ermittelt, heute geschieht das laut „Wall Street Journal“ über eine Videokonferenz. Noch früher, nämlich 1897, wurde zur Ermittlung des Silberpreises ein ähnliches Bank-Fixing eingeführt.

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